01.02.2010 / Abstimmungen / / , ,

CVP Wohlen sagt Ja zur Schulsozialarbeit

Die Hauptverantwortung für die Erziehung der Kinder liegt zweifelsohne bei ihren Eltern. Wo diese liebevoll wahrgenommen wird, sind gute Grundlagen für eine positive Entwicklung der Kinder gelegt. Wo beide Eltern ohne grosse tägliche Sorgen für ihre Kinder genügend Zeit aufbringen können und wollen, kann sich Gutes entfalten. Wo Werte nicht nur vermittelt, sondern auch vorgelebt werden, erfahren Kinder an ihren Vorbildern die Grundsätze des friedlichen Zusammenlebens und der Solidarität mit jenen, die es nicht so gut haben. Wären diese Voraussetzungen in Wohlen für den grössten Teil der Kinder gegeben, ja dann wäre Wohlen ein Paradies.

Die Wirklichkeit ist häufig eine andere. Die Hälfte der Ehen wird geschieden. Viele Kinder wachsen bei allein erziehenden Elternteilen auf. Beide Elternteile arbeiten, mindestens teilweise. Sie müssen dies oder wollen es, um ihr Leben bewältigen zu können. Andere Kinder leiden unter ihren Mitschülern; sie werden ausgegrenzt und psychisch oder gar körperlich misshandelt. Kinder, auch solche aus so genannt guten Verhältnissen, zeigen Schwierigkeiten in der Schule und mit der Schule. Kinder entwickeln massive pubertäre Schwierigkeiten. Kinder kommen mit Gesetzen in Konflikt und mit Süchten in Kontakt. Lehrerinnen und Lehrer verbrauchen zu viel Energie, um mit den täglichen Störungen und Vorfällen in und ausserhalb des Unterrichts fertig zu werden. Sie brauchen zu viel Zeit um Regeln zu vermitteln und durchzusetzen, und sie haben zu wenig Zeit, um den Lehrstoff zu vermitteln. Im gestörten Lernklima können auch Lernwillige nur ungenügend lernen. Diese Aufzählung ist alles andere als vollständig.

Hier kann Schulsozialarbeit Hilfe bringen, von der alle profitieren, Kinder, grössere Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrpersonen. Schulsozialarbeit widmet sich stärker den einzelnen Problemfällen, als das Lehrpersonen neben ihrer gesamten Schulklasse tun können. Schulsozialarbeit wirkt schnell und direkt, ohne lange Wartezeiten, bis ein Kind einer Abklärungs- oder Therapiestelle zugewiesen werden kann. Schulsozialarbeit ist eine Antwort auf die massiven gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen der letzten Jahrzehnte, für welche die Schülerinnen und Schüler zu allerletzt Verantwortung tragen, wir Erwachsene hingegen schon.

Wohlen betritt mit der Schulsozialarbeit kein Neuland, das haben viele andere Gemeinden, insbesondere alle grösseren, längst getan. Die Mehrheit aller Schülerinnen und Schüler und ihrer Lehrpersonen im Aargau, nämlich bis jetzt 60%, profitieren von den positiven Erfahrungen.  Keine Gemeinde, die Schulsozialarbeit kennt, würde zum vorherigen Zustand zurückkehren.

Auch mit der Schulsozialarbeit werden nicht alle Probleme so gelöst werden können, dass in Wohlen paradiesische Zustände eintreten. Aber Gemeinde und Schule können ihre Verantwortung besser wahrnehmen und die Chancen unserer Jugend verbessern. Die CVP Wohlen unterstützt deshalb die Schulsozialarbeit und bittet Sie um Ihr Ja zur Abstimmungsvorlage.